Pause - Mittelschule Weißenburg

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Wegen der Modernisierung des Römermuseums
Pause für die Mittelschule
Bau der Vierfachturnhalle soll Ende 2014 beginnen - Prioritäten nochmals neu gesetzt - Stadtrat lässt Hintertür offen

Pause für die Mittelschule, grünes Licht für den Turnhallenneubau: Im Weißenburger Stadtrat zeichnet sich schon ab, dass es keine Mehrheit für die Instandsetzung des Römermuseums geben könnte, bis OB Schröppel seine Pläne für den Haushaltsentwurf offenlegte. Nun soll nicht, wie geplant, die Mehrzweckhalle warten müssen, sondern zwischen den beiden Bauabschnitten der Mittelschule soll es eine Pause geben. Damit konnten sich fast alle Stadträte anfreunden.

WEISSENBURG (mau) – Um die Sanierung des Römermuseums finanziell stemmen zu können, will Oberbürgermeister Jürgen Schröppel (SPD) beim Bau der Mittelschule eine zweijährige Pause einlegen. Das hat er nun im Stadtrat angekündigt, nachdem mehrere Mitglieder große Bedenken angemeldet hatten, den geplanten Bau der Mehrzweckhalle wegen des Museums zu schieben.
Der derzeit laufende Mittelschulneubau soll zum Schuljahresbeginn 2014 bezugsfertig sein. Mit sieben Klassenzimmern und weiteren Fachräumen könne dort vernünftig gearbeitet werden, befand Schröppel. Für den zweiten Bauabschnitt muss dann ein Teil der Seeweiherschule abgebrochen werden. Die bisherige Planung sah vor, dass von Februar 2015 bis August 2017 der zweite Gebäudeteil hochgezogen wird. Die Gesamtkosten  für den Neubau belaufen sich auf gut 18 Millionen Euro. Den Baubeginn für die neue Vierfachturnhalle sieht Schröppel für Ende 2014 als möglich an, wenn bei der Mittelschule geschoben wird. Bis sich der OB auf solche konkrete Aussagen einließ, dauerte es einige Zeit. Zu Beginn der Diskussion sprach er nur nebulös davon, dass sich ein Weg abzeichne, der eine Verwirklichung der Turnhalle und die Sanierung des Römermuseums zulasse. Er werde dem Stadtrat seine Pläne bei den Haushaltsberatungen vorlegen. Doch als sich mehr und mehr Widerstand gegen die Museumssanierung abzeichnete, präzisierte er seine Pläne.
Etwa 1,9 Millionen Euro kostet es, das Museumsgebäude auf einen modernen Stand zu bringen (siehe gesonderter Bericht). Es handle sich um eine seriöse Kostenermittlung eines Architekten, sagte Schröppel zu Manfred Reithinger (Freie Wähler), der Sorge hatte, die Kosten könnten weiter in die Höhe gehen. Zudem habe er sich an die hiesigen Abgeordneten im Bundestag und im Landtag gewandt, um prüfen zu lassen, ob Zuschüsse möglich seien.
Hatte sich im Bauausschuss noch eine klare Mehrheit für das Projekt abgezeichnet, stand diese nun im Stadtrat auf der Kippe. Am Ende votierte zwar nur Wolfgang Hauber (Freie Wähler) gegen das Vorhaben, doch zwischenzeitlich gab es sehr viel Skepsis und Kritik. Schröppel konnte sich die klare Rückendeckung nur sichern, indem er in den Beschlussvorschlag eine Ausstiegsklausel einbaute: Bei den Haushaltsberatungen kann der Stadtrat das Projekt noch kippen. Wie mehrfach berichtet, will die Bayerische Staatssammlung 500.000 Euro in die Präsentation der Exponate stecken, wenn die Stadt das Gebäude aufpeppt. Eine einmalige Chance, ist Schröppel überzeugt. „Wenn wir die Möglichkeit für die Neuausrichtung jetzt nicht ergreifen, ist der Zug für das Römermuseum für die nächsten 20 oder 30 Jahre abgefahren."
Dennoch gab es im Stadtrat massive Kritik. Günter Kreißl (SPD) machte eindeutig klar, dass er nicht gewillt ist, auf die Turnhalle zu verzichten: „Das Römermuseum zu sanieren, ist wünschenswert und schön. Aber ich kann dem nicht zustimmen. Das Geld ist in die Mehrzweckhalle besser investiert." Auch andere Stadträte meldeten erhebliche Bedenken an, den Turnhallenbau nochmals zu schieben. „Die Turnhalle muss passieren", sagte beispielsweise CSU-Fraktionsvize Karl Roth. Und auch SPD-Fraktionsvorsitzender Andre Bengel zeigte sich überzeugt: „Die Turnhalle ist eines der wichtigsten Projekte in der Stadt." Der Zustand der jetzigen Halle verschlechtere sich täglich, so Bengel. Und außerdem würden die Kapazitäten vorne und hinten nicht reichen, weswegen bereits Weißenburger Vereine nach Ellingen oder Emetzheim ausweichen müssen, sagte Kreißl.
Der OB stellte klar, dass es seine erste Idee war, den Bau der Turnhalle zu schieben, um das Römermuseum im Haushalt unterzukriegen. So hatte er das beim Jubiläum 30 Jahre Römermuseum verkündet. „Aber eigentlich will ich das nicht." Zusammen mit Leuten aus der Verwaltung habe er eine Alternative gesucht und sei letztlich zum Schluss gekommen, dass es sinnvoller sei, nach dem ersten Bauabschnitt der Mittelschule eine Pause von bis zu zwei Jahren einzulegen. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin so gut bleibt, könnte die Pause auch kürzer sein. Im laufenden  Jahr habe die Stadt wiederum keine Schulden gemacht und es zeichnet sich ab, dass statt der prognostizierten sieben Millionen Euro Gewerbesteuer etwa elf Millionen Euro fließen.
Das wollte Bernhard Amend (CSU) nicht so positiv stehen lassen. Dass die  Stadt noch immer mit einer einmaligen Pro-Kopf-Verschuldung von nur 20 Euro dastehe, liege allein daran, dass viele Projekte, wie das Technologie- und Studienzentrum (TSZ), langsamer vorankommen als vorgesehen.
Amend forderte, der OB müsse die Finanzplanung vorlegen, bevor der Stadtrat über solch wichtige Projekte wie das Römermuseum entscheide. Diese sei im Oktober noch nie ausgearbeitet gewesen, hielt ihm Schröppel entgegen. Doch die Arbeiten daran laufen bereits auf Hochdruck. Wegen der anstehenden Kommunalwahlen will der Stadtrat den Haushalt für 2014 nämlich noch vor Jahresende beschließen.
Auch der OB war mit dem Zeitdruck, der sich aus der Vorgabe der Staatssammlung ergeben hat, nicht glücklich. „Wenn wir einen zeitlichen Spielraum hätten, hätte ich Ihnen den gerne eingeräumt." Doch die Fristen für Förderanträge sitzen der Verwaltung im Nacken.
Letztlich sprachen sich alle Stadtäte und der OB für die Investition ins Römermuseum aus – nur Wolfgang Hauber nicht. Er beharrte darauf, dass „viel Geld" in den Umbau gesteckt werden solle, wovon letztlich nur einige Touristen und „ein paar wenige Betriebe" profitieren würden. Der Römerschatz selbst würde durch eine neue Präsentation nicht an Wert gewinnen. Zudem würde der Umbau eine Verkleinerung der Ausstellungsfläche bedeuten, wo es doch im Museum schon jetzt beengt zugehe.
Dass das Schieben des zweiten Bauabschnitts der Mittelschule nun relativ einfach möglich ist, hat der OB übrigens vor allem der CSU zu verdanken. Union und Linken-Stadtrat Heinz Gruber wollten die Option offenhalten, eine Pause einzulegen, falls es die städtischen Finanzen erforderten und pochten deshalb auf eine getrennte Ausschreibung für die Lüftungs- und Sanitärarbeiten, obwohl eine Zusammenlegung vermutlich Geld gespart hätte.

 
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